Whisky in London

In vielen Bereichen ist es spannend durch die britische Hauptmetropole zu schlendern und sich das Angebot verschiedenster Güter anzusehen. Daher habe ich mir bei meinem letzten Besuch die Whiskywelt etwas näher angesehen
Auswahl und Beratung
Jedem Whiskykenner ist dieses Geschäft ein Begriff / oder sollte es zumindest sein:

The Whisky Exchange

Die Brüder Sukhinder und Rajbir Singh gründeten es 1999 und heute zählt es zu den besten Fachgeschäften der Welt. 2021 übernahm der Pernod-Ricard Konzern. In ihrem Geschäftslokal in der Great Portland Street, etwas südlich des Regent´s Park bleibt selbst eingefleischten Spirits-Fans momentan die Luft weg. Vom Boden bis zur Decke sind die Regale mit Spirituosen gefüllt und das auf zwei Stockwerken. Oben Whisky und andere Spirits (Rum, Cognac, Tequila, etc.) der Keller gehört ausschließlich dem Lebenswasser aus Getreide. Neben allen Standards sind auch viele Sonderabfüllungen erhältlich, natürlich gibt es auch eine Reihe an exklusiv abgefüllten Spezialitäten. Auf meine Frage nach Malts mit Port Cask Finish wurden mir eine halbes Dutzend Abfüllungen gezeigt, einige davon standen zur Verkostung bereit. Ich entschied mich für einen Glen Scotia, 7y, medium peated, Sonderabfüllung zum Campbelltown Whisky Festival 2026.
Fortnum & Mason
In diesem ehrwürdigen Genusstempel (seit 1707) auf der St. James´s findet sich eine verhältnismäßig kleine aber feine Spirtuosenabteilung. Auch diesmal wurde ich freundlich gefragt, ob etwas bestimmtes mein Interesse geweckt hatte, was in der Verkostung eines Fettercairn Single Malts gipfelte. Hier sind naturgemäß die Prestigeabfüllungen gut vertreten, deren Erwerb allerdings mindestens den Verzicht auf ein Monatsgehalt nach sich ziehen würde. Dennoch finden sich auch hier spannende Spezialabfüllungen, auch in kleineren Flaschen.

Preis

Preislich kann das Vereinigte Königreich leider nicht punkten. Das liegt zu einem sehr großen Anteil an der steuerlichen Belastung von Alkohol. Auch ein günstiger Kurs Pfund-Euro kann da nichts ausrichten. Daher gilt es alle Standards, die in Österreich auch erhältlich sind zu Hause zu erwerben. Ausnahmen macht man am besten nur bei Produkten, die als Spezialabfüllungen nur hier zu bekommen sind.

Whiskey-Erlebnis

Aus der Suche nach einem Tasting-Erlebnis stieß ich auf etwas ungewöhnliches. Die amerikanische Buffalo Trace Distillery aus Kentucky hat in London einen Tastingroom mit Verkauf. Hier buchte ich eine Blending Session, bei der zunächst 3 Bourbon und ein Rye aus dem Hause verkostet wurden und diese dann zum Blending zur Verfügung standen. Da aber auch hier die Standard Whiskeysorten (Buffalo Trace, Eagle Rare, E.H. Taylor und Sazerac Rye) in Österreich gut erhältlich sind, war nur der W. L. Weller und zahlreiche Merchandise Produkte als Kaufoption interessant. Dennoch war es eine feine Sache mitten in London eine schönes American Whiskey Erlebnis zu haben.

Fazit

Gustieren kann man immer – gekauft wird daheim!

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