Aperitivo-Kultur – made in Austria?!
Natürlich verbindet man das Wort Aperitivo mit Italien und gerade jetzt, da die Temperaturen wieder ordentlich in die Höhe schnellen und in den Gastgärten die typisch rot- bis orangefarbenen Flüssigkeiten aus den Spritzgläser herausleuchten, ist das Thema in aller Munde. Die eine oder andere Spritzvariante auf der Karte zu haben, ist für Gastronomen in mehrfacher Hinsicht attraktiv. Zum einen erfreuen sich die Getränke großer Beliebtheit, weiters sind sie recht einfach herzustellen und drittens handelt es sich dabei meist um Produkte, deren Wareneisatz überschaubar und daher die Margen recht gut sind. Zweifelsohne führen italienische Produkte den Markt an.
Die Klassiker
Gut etabliert ist Aperol-Spritz, der große „Bruder“ Campari hat sich über die Negroni-Schiene als Sbagliato seinen Platz gesichert. Dazu Sarti, – praktischerweise aus dem gleichen Hause – der seit rund 2 Jahren süßere Geschmäcker abholt. Auch beim Wermut haben die Italiener die Nase vorn. Neben Marktführer Martini sind alteingesessene Marken wie Carpano, Conzano und Cocchi erfolgreich, die Vertreter aus anderen Länder, wie Noilly Prat (Frankreich) sind schon eher bei Spezialisten zu finden.
Aperitivo aus Österreich?
Der klassische Gespritzte also je 50% trockener Weißwein und Soda gehört untrennbar zur heimischen Trinkkultur. Also ist die Grundlage gelegt, um in der Spritzerwelt einige Ausrufungszeichen zu setzen. Zudem gibt es eine lebendige Brennerszene, die schon beim vorangegangenen Gin-Hype bewiesen hat, wozu sie imstande ist. Daher gibt es eine ganze Liste an heimischen Produkten, die ihren Weg in ein Spritzglas finden sollten.
Weinhaltiges
Wermut ist definitiv eine Kategorie, die etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Teils können sich die Marken auf alte Traditionen beziehen, so hat die Wiener Manufaktur Burschik´s ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert. Auch das Stift Klosterneuburg hat quasi schon immer einen Wermut im Programm. Neuere Marken, wie Wiener Wermut, Vreimut, Motif, Alfred, First, Miss Rosy und viele andere bereichern die Range. Viele Weingüter haben Wermut im fixen Programm, wie Krispel, Strohmeier, Schneeberger, Loiskandl, Sattlerhof. Auch die Brenner haben Wermut entdeckt, oft in Zusammenarbeit mit Weingütern. Doch nicht jeder weinhaltige Apero aus Österreich ist ein Wermut. Herak und JoJo sind Beispiele für Likörweine, die im internationalen Vergleich am etwas an Lillet erinnern.
Sonstige Aperitivos
Die zweite große Kategorie betrifft meist die heimischen Destillateure, die natürlich dem Trend zu „low ABV“ Rechnung tragen. Dabei werden die Vorbilder oft im Namen sichtbar, wie Schilerol, Zirberol, oder Mannarol. Natürlich wird der Begriff Aperitif auch gerne verarbeitet, zB Rogner Apero, Alperitif, oder Ginari. Sonst wird die fruchtige Getränkekultur für Apero weitergeführt: Wieser Marille Bitter Aperitif, Fuxbau Himbeer-Zitrone und Vogelbeere, Brenngeist Dirndllikör, Freihof Mirtillo Spritz. Bei Pink Flamingo von Peter Affenzeller, ist der Drink fertig in der Flasche, Vienna Verde (Wien Gin) verbindet 23 Kräuter und erinnert optisch an einen Absinth.
Wie auch immer, an Produkten fehlt es nicht, nun liegt es an Gastronomen die heimischen Produkte mehr in den Fokus zu rücken.
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