Anisées – die bekannten Unbekannten
Anisées, also Spirits mit ausgeprägtem Anis Geschmack sind doch jedem schon einmal untergekommen. Viele erinnern sich dabei an Urlaub in warmen Mittelmeerlädern, oder auch an den einen oder anderen unvermeidlichen Digestif nach dem Grillbuffet…
Hier ein Versuch der Einordnung der verschiedenen Anisprodukte:
Ouzo
Es gibt wohl kaum etwas, was mehr mit Griechenland in Verbindung gebracht wird, wie diese Anisspirituose. Ihren Ursprung hat sie wohl in der Zeit der osmanischen Herrschaft, viele sehen darin eine Weiterentwicklung des Tsipouro genannten Tresterbrands, heute ist Ouzo eine eigenständige Kategorie. Lesbos gilt als eines der ersten Zentren des Getränks, heute wird es in ganz Girechland und auf Zypern hergestellt und genießt den geographischen Schutz der EU.
Raki
Genau wie der Ouzo sind die Wurzeln des Getränks im osmanischen Reich zu suchen. Heute gilt er als das türkische Nationalgetränk. Nach 1944 wurde Yeni Raki eingeführt und per Monopol vom türkischen Staat hergestellt. Inzwischen ist die Produktion privatisiert und damit eine Vielfalt von Marken erhältlich.
Die Bezeichnung Rakjia ist in Bulgarein und am Balkan üblich, dort ist der Brand aber nicht zwangsläurfig mit Anis aromatisiert. Die bulgarische (und nordmazedonische) Anis Spirituosen wird als Mastika bezeichnet.
Absinth & Pastis
Der sagenumwobene Absinth hat seine Ursprünge in der Schweiz, wurde aber in Frankreich durch Henri Pernod populär, so das die Bourgoisie Frankreichs zum „fin de siecle“ kaum ohne die „grüne Fee“ auskam. Wegen des Thujongehalts im Wermutkraut 1915 verboten, brauchte es eine Alternative. Diese fand man ab 1922 in anislikören. 1932 brachte Paul Ricard den „Pastis de Marseille“ auf den Markt und begründete damit eine neue Apertifkultur, indem Pastis mit Wasser und Eis gemischt wurde. Das führt zu dem bekannten Louche-Effekt (der bei allen Anis Spirituosen funktioniert), die Flüssigkeit wird trüb. Seit 1990 ist Absinth wieder zugelassen, dennoch erfreut sich der Pastis einer großen Beliebtheit.
Hierbas (Herbes)
Die spanischen Balearen sind ein weiterer Hotspot für Anisliköre. Herbes de Mallorca und Hierbas Ibicencas (aus Ibiza) sind trocken bis sehr süß und verwenden neben Anis Kräuter, die auf den Inseln vorkommen. Ihren Ursprung haben sie in der klösterlichen Likörtradition, seit dem 19. Jahrhundert gibt es eine kommerzielle Vermarktung. Die Liköre sind beonders als Digestif beliebt.
Sambuca
Die italienische Variante des Anislikörs wurde im 19. Jahrhundert entwickelt, hat aber durch die Vermarktung von Angelo Molinari nach 1945 weltweit Bekanntheit erlangt. Sie wurde als Digestif entwickelt. Sambuca ist normalerweise sehr süß. Die Trinkweise „con la mosca“, als mit 3 Kaffebohnen im Glas ist wohl eine Werbemaßnahme. Allerdings nehme die Kaffebohnen dem Likör die extreme Süße, wenn man sie zerkaut.
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